Capsaicin, der Stoff, der Chili seine Schärfe gibt
Geschrieben von: Markus   

Forscher der University of Texas in San Antonio haben neue Erkenntnisse über die Entstehung von Schmerzen gewonnen. Sie entdeckten, dass im menschlichen Körper Capsaicin-ähnliche Substanzen existieren. Capsaicin ist der Stoff, der Chili seine Schärfe verleiht. Durch die Bindung an in Körperzellen vorhandene Rezeptoren entsteht das typische Brennen im Mund nach dem Verzehr von Chili. Kommt es zu einer Verletzung, laufen ähnliche Vorgänge ab: der Körper produziert bestimmte Fettsäuren (Oxidierte Linolensäure Metaboliten, kurz OLEM), welche anhand von Rezeptoren den Schmerz entstehen lassen.

Die Überlegung der Forscher war es nun, genau bei diesen Vorgängen anzusetzen und sie zu unterbinden. Dazu schalteten sie in Laborversuchen mit Mäusen ein bestimmtes Gen der Tiere aus, das für den sogenannten Vanilloid-Rezeptor TRPV1 verantwortlich ist. Dieser, so die Erkenntnis vorheriger Untersuchungen am Barrow Neurological Institute in Phoenix Arizona, bewirkt das eigentliche Empfinden von Hitze und Schärfe beim Verzehr von Chili.

„Wir haben eine völlig neue Familie von endogenen Capsaicin-ähnlichen Molekülen entdeckt, die auf natürliche Weise bei Verletzungen freigesetzt werden.“, sagt Forschungsleiter Kenneth Hargreaves. Man könne dadurch die Vorgänge bei der Entstehung von Schmerzen besser verstehen und wisse, mit welchen nicht abhängig machenden Substanzen die Mechanismen blockiert werden können, so der Forscher.

Von dieser Entdeckung erhoffen sich die Wissenschaftler wesentliche Fortschritte in der Bekämpfung vor allem chronischer Schmerzen, wie sie beispielsweise bei Arthritis oder Krebserkrankungen auftreten.

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